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Porzellanmuseum Hohenberg

Hutschenreuther stellte reizvolle Jugendstil Villa in Hohenberg zur Verfügung / Zweckverband investierte 1,6 Millionen Mark / Industriegeschichte auf rund 700 Quadratmeter Fläche. Wo von anderthalb Jahrhunderten die Wiege der Porzellan-industrie stand, in Hohenberg an der Eger im Landkreis Wunsiedel, wird am Dienstag den 10. August 1982 das Deutsche Porzellan Museum eröffnet. Auf rund 700 Quadratmeter Fläche soll in einer reizvollen Jugendstil Villa der Hutschenreuther Werke die Geschichte der Porzellanindustrie festgehalten werden.

Die Idee, Zeugen aus der Vergangenheit der deutschen Porzellanindustrie an einem Ort zu sammeln, ist schon einige Jahre alt. Dass dieses Museum seinen Platz in Nordostbayern haben muss, wo 90% des bundesdeutschen Porzellans hergestellt wird, liegt auf der Hand. So lag auch der Gedanke nahe, das Museum dort einzurichten, wo Carl Magnus Hutschenreuther Anfang des vorigen Jahrhunderts den Grundstock für diesen Industriezweig gelegt hat, der für Nordostbayern so bedeutend ist: auf Burg Hohenberg.

Da jedoch der Sudetendeutsche Bund die Burg für sein Jugendwerk nützt, scheiterten die Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern, und der inzwischen gegründete Zweck-verband für das Museum der deutschen Porzellanindustrie griff auf ein grosszügiges Angebot der Hutschenreuther Werke zurück. Das Unternehmen hatte eine Jugendstilvilla bei ihrem Hohenberger Betrieb für diesen Zweck unentgeltlich angeboten, und der Zweckverband, dem der Landkreis Wunsiedel und die Stadt Hohenberg angehören, griff sofort zu. Um die Villa jedoch als Museum einrichten zu können, waren erhebliche Umbauarbeiten erforderlich. Innerhalb eines Jahres wurde die Gründer Zeit Fassade des Gebäudes renoviert und die Raumaufteilung verändert. Die beiden Ausstellungs-geschosse wurden durch eine Innentreppe miteinander verbunden. Im Erdgeschoss befinden sich nun vier Aus-stellungsräume und der Haupttreppenaufgang zu weiteren Räumlichkeiten. Im zweiten Bauabschnitt sind weitere Aus-stellungsräume geplant. Wenn auch der 2. Bauabschnitt vollendet sein wird, werden in den Museum 700 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. 1,6 Millionen Mark werden dann verbaut sein.

Landrat Christoph Schiller, der Vorsitzende des Zweckver-bandes, stellte in seiner Pressekonferenz fest: „für den Aufbau seiner Sammlung und Ausstellung hat sich das Museum der deutschen Porzellanindustrie ein Rahmenkonzept gegeben, dass in der Fachwelt grosse Anerkennung fand.“ Die Schwerpunkte der Sammlung und technischer Dokumentation würden im 19. Und 20. Jahrhundert liegen. Neben der technischen Entwicklung solle die Wirtschaftsgeschichte, aber auch das soziale Umfeld dieses Industriezweiges berücksichtigt werden. Dass das Deutsche Porzellanmuseum in Hohenberg entstehe, sei nicht nur historisch gesehen, sondern auch aus heutiger Sicht sinnvoll. Im jetzigen Landkreis Wunsiedel, im Coburger Land, und in der nördlichen Oberpfalz seien im 19. Jahrhundert zahlreiche Porzellanfabriken entstanden. In Nordbayern stelle dieser Industriezweig eine tragende wirtschaftliche Kraft dar, sagte der Landrat.

Bayerns Wirtschaftsminister Anton Jaumann eröffnete in Begleitung der Arzberger Porzellankönigin Andrea Sintl das „Museum der deutschen Porzellanindustrie“ und läutete erstmals.

Mit der bloßen Ausstellung von Porzellan wird man sich in dem Museum nicht zufrieden geben. Zwar sind Stücke wie zwei Weinkühler, eine der ersten von Carl Magnus Hutschenreuther in Hohenberg gefertigten Porzellansachen aus der Zeit um 1820, ebenso erlesene Kostbarkeiten wie eine Prunkserie von Leopold Gmelin, die schon 1882 auf der Nürnberger Gewerbeausstellung eine Goldmedaille erhielt. Beachtlich ferner eine Dekorsammlung von Hutschenreuther von 1916 bis heute.

Aber auch das soziale Umfeld der Porzellanindustrie wie die Entwicklung vom früheren „Einmann Betrieb“ zum heute hochtechnisierten Werk ist in dem Museum geplant. Neben zahlreichen Dokumenten aus der Gründerzeit sind darin Porzellan der Familie Hutschenreuther und ein Überblick der Porzellanproduktion vom alten Rundofen bis zur modernen Tunnelofenstrasse ausgestellt.

Grosszügig gefördert wurde das Museum von der Firma Hutschenreuther, die nicht nur die Villa, sondern auch einen ansehnlichen Geldbetrag zur Verfügung gestellt hat. Doch auch bei den anderen Porzellanbetrieben, so sagte der Landrat Schiller, habe man mit der Bitte um Leihgaben, nicht vergeblich angeklopft.

Vorstandsvorsitzender Roland Dorschner: „Museum soll auch Bewusstsein für das Kulturgut „Porzellan“ wecken. Festakt zur Einweihung des „Museums der deutschen Porzellanindustrie in Hohenberg a. D. Eger.“

Einfühlsam wie zartes Porzellan begann die Eröffnung des Museum der deutschen Porzellanindustrie in der umgebauten ehemaligen Hutschen-reuther Villa in Hohenberg an der Eger. Das von zwei jungen Leuten der Festversammlung dargebrachte Stück für Cembalo und Querflöte leitete den Festakt ein, zu dem Landrat Christoph Schiller neben der Referentin des Festvortrages, Dr. Waltraud Neuwirth vom Österreichischen Museum für angewandte Kunst, Wien, vor allem den bayerischen Wirtschaftsminister Dr. Anton Jaumann willkommen heissen konnte, der das Museum offiziell seiner Bestimmung übergab.

Das Kommen Jaumanns, betonte der Redner, sein ein erneuter Beweis der Verbundenheit des Wirtschaftsministeriums mit Gewerbe, Industrie, Handel und der arbeitsamen Bevölkerung dieses Landkreises im Grenzland. Dank galt der bisherigen finanziellen Unterstützung, vor allem aber der Förderung, die vom Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr, vom Staatsministerium für Unterricht und Kultur noch erwartet werde, und zwar sowohl für das Porzellanmuseum, als auch für das Fichtelgebirgsmuseum, das in den nächsten Jahren erweitert werden solle. Weitere Willkommensworte galten Bezirkstagspräsidenten Anton Hergenröder, Senator Alfred Kunzmann, MdL. Willi Müller, den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern einiger Gemeinden des Landkreises, Dr. Renate Lotz, der Leiterin des Fichtelgebirgsmuseums, Bezirksheimatpfleger Graf Egloffstein, ausserdem zahlreiche Vertreter der Porzellanindustrie. Hierbei wolle er die Mitglieder des Vorstandes der Hutschenreuther AG, an der Spitze Direktor Dorschner, besonders erwähnen, weil ohne die grosszügige Unterstützung dieser Firma dieses Museum heute nicht hätte eröffnet werden können.

Die Ehre des hohen Besuches für die Stadt Hohenberg würdigend, trägt sich Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Anton Jaumann in das „Goldene Buch“ der Stadt ein. Rechts im Hintergrund Vorstandsvorsitzender Roland Dorschner

Weiter begrüsste Schiller die Vertreter vieler anderer Porzellanfirmen, die er einlud, die Ausstellungsräume des Museums für Firmenaus-stellungen zu nutzen; ausserdem hob der Redner die Architekten Bauernschmidt hervor. Wer heute ein Museum ins Leben rufe, könne nicht umhin, sich mit dem kulturgeschichtlichen Stellenwert von Museen insgesamt auseinanderzusetzen meinte der Landrat, der auf die interessante Geschichte der vielen Kunstmuseen zu sprechen kam, angefangen von der mittelalterlichen Schatzkammer über die repräsentativen Kunstammlungen der absolutistischen Fürsten oder der königlichen Sammlungen. Selbstbewusste Unternehmer des 19. Jahrhunderts, organisiert in Gewerbe- und Industrievereinen, hätten mit den Gewerbemuseen grosser Städte hervorragende Beispiel-sammlungen zu Schulungszwecken geschaffen.

Der Redner streifte dann die Entwicklung der Heimatmuseen. Die veränderte politische Situation habe aber für viele Museen tiefgreifende Veränderungen, Erweiterungen, für manche auch Stillstand oder Auflösung gebracht. In der jetzigen Zeit würden Museen nach Schwerpunkten geschaffen. An vielen Orten entstünden Spezialmuseen, die sich das Sammeln, Bewahren und Erforschen eines bestimmten Produktionsbereiches zum Ziel gesetzt hätten. Sie könnten als Ast am Baum der Gewerbemuseen verstanden werden, sie entstünden dezentral dort, wo der spezielle Produktionschwerpunkt liegt: wie das Museum der deutschen Porzellanindustrie in Hohenberg, in einem Landkreis, in dem der grösste Anteil der deutschen Porzellanfabrikate hergestellt werde.

In diesem Zusammenhang kam der Landrat auf Carolus Magnus Hutschenreuter zu sprechen, der in Hohenberg die erste Porzellanfabrik dieses Raumes gegründet hatte. Schiller berichtete von der Absicht, die Burg für dieses Museum zu nutzen, was dann an anderen Plänen des Bundesdeutschen Sozialwesens gescheitert sei. Danach habe sich Hutschenreuther erboten, diese Villa zur Verfügung zu stellen, in der nun die Eröffnung stattfinde. Der jetztige erste Bauabschnitt könne von Porzellanherstellern für Firmenausstellungen genutzt werden. Einzige Bedingung sei das Offenhalten der Firmenarchive für Forschung und die Bereitstellung von Leihgaben aus firmeneigenen Sammlungen an das Museum. Hutschenreuther sei als Förderer dieses Museums der Vorrang der Eröffnungsausstellung eingeräumt worden.

Das Museum habe sich für seinen Aufbau einen Orientierungsrahmen gegegen, der das Sammeln, Bewahren und Erforschen der deutschen Porzellanindustrie im 19. Und 20. Jahrhundert aus technischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht – aus der Sicht des Erzeugers und des Verbrauchers – zum Inhalt habe. Damit sei dieses Museum ein Beitrag zur Erforschung und Darstellung der Technikgeschichte und der Alltagskultur. Die Vernichtung zahlreicher Industriedenkmäler des 19. Jahrhunderts durch die Industriealisierung und durch eine weitere Welle technischen Fortschritts habe die lückenlose Erfassung und Dokumentation der technischen Entwicklung in Deutschland und Europa zu einem unlösbaren Problem werden lassen.

Für die Menschen dieses Raumes sei deshalb die Erforschung ihrer Industrie- und Alltagskultur unerlässlich. Viele der hier lebenden Menschen hätten ihre Existenz auf Porzellan gegründet, hätten darunter gelitten und davon gelebt. Von den Porzellinern der Vergangenheit könne dieses Museum nur noch Leben und Wirken zeigen: den Porzellinern der Gegenwart möge es ein Ort der Auseinandersetzung und der Anerkennung für Gegenwart und Zukunft sein, schloss Schiller.

In einem interessanten Lichtbildervortrag, der die Fälschungsgeschichte des Porzellans, vor allem der wertvollen Stücke des 18. Jahrhunderts, wie Meißen Porzellan, von allen Seiten beleuchtete, ging Dr. Waltraud Neuwirth näher auf das Wo, Wie und Wer ein. Porzellandetektive hätten herausgefunden, dass dies von allem zum Zwecke des kommerziellen Profits geschehen sei, und weil es entsprechende Werte darstellte, zum anderen habe es nicht nur Fälschungen, sondern viele Nachahmungen gegeben.

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„Da in riesigen Ausmaßen gefälscht wurde, waren auch entsprechend grosse Firmen daran beteiligt“, meinte die Rederin. Als Objekte seien von allem die Meißner Stücke des 18. Jahrhunderts beliebt gewesen. Dabei sei es heute noch schwer, die entsprechenden Fälschungen zu erkennen, da die Meißner Schwerter handgemalt seien. In anschaulichen Bildern waren aber dann dennoch die gravierenden Unterschiede erkennbar, wobei von allem bei den Feinheiten die Unterschiede vorzufinden waren. „Der Teufel liege eben auch hier im Detail“, sagte Dr. Neuwirth. Eine bekannte Firma, die Fälschungen oder vielmehr Nachahmungen, allerdings nicht, ohne die einschlägigen Markenzeichen verbreitete, war die Pariser Firma Samson. Hier sollen einmal 60.000 Modelle nachgemacht worden sein.

Doch nicht alles was neu aussehe, müsse gefälscht sein, da die Firmen das Recht hätten, Modelle neu auszuformen. Interessant habe sie bei ihren Nachforschungen gefunden, dass auch die Gründer der Firma Hutschenreuther als Lieferanten von Weißporzellan zur Fäschung von Stücken mit dem „AR“ (August Rex) beteiligt gewesen seien. Hutschenreuther habe aber in der eigenen Qualität so gut abge-schnitten, dass die Firma diesen Seitensprung in der Vergangenheit habe vertragen können. Dem Museum wünschte sie Rednerin abschliessend alles Gute. Zudem bot sie an, wenn Rat gebraucht werden, werde das Wiener Museum jetzt und in Zukunft alles tun, was möglich sei.

Staatsminister Jaumann betonte, dass die Errichtung des Museums zeige, den Bezug zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herzustellen. Dass überhaupt Porzellan in Europa hergestellt worden sei, führte er weiter aus, liege am Prestigdenken der Fürsten des 17. Und 18. Jahrhunderts. Zunächst sei das kostbare Porzellan in dieser Zeit aus China durch die Holländer eingeführt worden. Später habe der Alchimist Böttger das weiße Gold erfunden. Jaumann kam darauf zu sprechen, dass Carolus Magnus Hutschenreuther der erste bürgerliche Porzellanfabrikant gewesen sei.

Der Minister kam dann auf die wirtschaftlichen Leistungen zu sprechen, wobei er meinte, dass bei den Japanern Erfindungen als grosse kulturelle Leistung gewertet würden, bei uns sei dies oftmals nur als technische Leistung abgetan. Dabei sei es aber wichtig, dass auch bei uns unternehmerische Leistungen auch in Form von Museen dargestellt würden. Dieses Museum mache den kulturellen Hintergrund der Grenzlandindustrie deutlich. Hier werde eine Brücke geschlagen, würden Gemeinsamkeiten erzeugt, die gar nicht hoch genug bewertet werden könnten, betonte Jaumann. Dem Museum wünschte er abschliessend eine gedeihliche Entwicklung.

Bezirkspräsident Hergenröder hob hervor, dass er sich sehr bemühen wolle, sich dieser Angelegenheit Porzellanmuseum anzunehmen. Gleichzeitig wolle er Graf Egloffstein bitten, ihn darin zu unterstützen. Hier werde sich mit den besonderen historischen Leistungen und Eigenarten der Heimat auseinandergesetzt. Es sei immer wichtig, Rückblick und Ausblick zugleich zu machen. Vorstandsvorsitzender Dorschner meinte: „ Was lange währt, wird endlich gut“. Schon seit Jahren sei es dem Verband der Keramischen Industrie ein besonderes Anliegen, darzustellen wie sich diese pionierhafte und kreative Leistung entwickelt hat. „Ich meine, es ist gut gelungen. Einen Mann wolle er hier besonders danken: Bürgermeister Bernhard Rußwurm. Er habe sich immer für die Realisierung dieses inter. Projektes eingesetzt.

Scherzhaft sagte Dorschner: „Hintereinander habe Rußwurm dabei beinahe drei Landräte verschlissen“. Im Namen der deutschen keramischen Industrie dankte Dorschner auch Landrat Schiller für die geleistete Arbeit. Weiter richtete der Sprecher Dankesworte an Frau Dr. Renate Lotz, die das Museum in den wesentlichen Grundzügen konzipiert habe. Dank gelte es weiter Edmund Saalfrank zu sagen, der in seinem Ruhestand unermessliche Schätze für das Museum zusammengetragen habe. Der zweite Mann sei Hans Achtziger, der ebenfalls sein Pensionärsdarsein mit der Arbeit für dieses Museum getauscht habe. Ihnen gelte Dank und Anerkennung. Abschliessend meinte Dorschner, dass auch heute noch das Porzellan viele Rätsel aufgebe. Das Museum könne dazu beitragen, das Bewusstsein der Bevölkerung für das Kulturgut Porzellan zu wecken.

Bild: Vorstandsvorsitzender Roland Dorschner bei seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung des „Museums der deutschen Porzellan-industrie“ in Hohenberg an der Eger

Bürgermeister Rußwurm dankte besonders Dr. Neuwirth für den ausgezeichneten Festvortrag und überreichte einen Strauß Blumen. Sie habe damit für die Eröffnung einen besonderen Akzent gesetzt. An Jaumann gewandt, meinte der Redner: „Wir sind Ihnen dankbar für Ihre Verbundenheit mit dem bedeutendsten Wirtschaftszweig dieses Raumes“. Sicherlich dürfe man neben der Unterstützung bei dem weiteren Ausbau des Museums rechnen.

Rußwurm dankte dann auch Bezirkspräsidenten Hergenröder für das immer gezeigte Interesse. Dank gelte es vor allem für die Befürwortung einer finanziellen Unterstützung zu sagen. Dies sei zwar derzeit nicht leicht, für die hiesige Infrastruktur jedoch besonders wichtig. Direktor Dorschner dankte der Redner für das Interesse und die Bereitschaft der Firmen der Porzellanindustrie am Ausbau dieses Museums, zudem für den unermüdlichen Einsatz zur Verwirklichung dieses Museums-gedankens. Hier schloss der Redner auch die Aufsichtsratsmitglieder ein, die zur grosszügigen finanziellen Mithilfe einen wesentlichen Beitrag geleistet hätten.

Rußwurm erwähnte dann die Mitglieder des Zweckverbandes „Museum der deutschen Porzellanindustrie“, mit seinen Beschlussgremien, dem Kreistag des Landkreises Wunsiedel und dem Stadtrat Hohenberg, denen er ebenfalls dankte.

Weiter schloss er darin die Architekten, Firmen und Kreisorgane mit ein, die mitgeholfen hätten, das Museum entstehen zu lassen. Im Namen des Stadtrats und der Bürger der Stadt Hohenberg sprach er allen Dank aus, die mitgeholfen hätten, den Wunsch in das seit vielen Jahren betriebene Vorhaben, der Errichtung eines Porzellanmuseums in Hohenberg an der Eger zu verwirklichen. Bis heute sei dieser damals begonnene Industriezweig von ent-scheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Existenz des nord-bayerischen Grenzlandes geblieben, meinte Rußwurm, auf die Pionierleistung Hutschenreuthers eingehend. Die Würdigung dieser Gründungstat könne wohl nicht besser erfolgen, als durch die Errichtung dieses Museums an dem historischen Ort des Anfangs.

Der Stadtrat habe beschlossen, dem Museum eine Glocke zu übergeben, die im Jahre 1865 der Stadt Hohenberg von der Porzellanfabrik Hohenberg als Bestandteil einer Uhr gestiftet worden sei. Sie trage die Inschrift „Porzellanfabrik Hohenberg 1865“. Sie habe einen Platz am Museumseingang gefunden und solle symbolisch für den weiteren Aufbau und den Erhalt des Museums läuten. Im Anschluss daran, nach einem weiteren Musikstück, eröffnete Minister Anton Jaumann offiziell mit einem Rundgang in Begleitung der Arzberger Porzellankönigin das Museum, wobei er nicht versäumte, auch erstmals die Glocke zu läuten und sich in das goldene Buch der Stadt Hohenberg einzutragen.


Quelle: Pressemitteilung der Hutschenreuther AG 1982