Vermittlung von Tradition und Geschichte

Das Hutschenreuther Museum auf Gut Blumenthal bei Selb

„Hutschenreuther hat ein Beispiel gesetzt für ein gelungenes Industriemuseum, ein Beispiel für ein lebendiges kulturelles Leben in der Region“ Mit diesen Worten würdigte Professor Dr. Wolfgang Wild, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, das erste Firmenmuseum Nordostbayerns. Das Hutschenreuther Museum auf Gut Blumenthal im Egertal bei Selb wurde in feierlichen Rafünen eröffnet. Die Öffentlichkeit wird ab etwa Mitte des Jahres Zugang haben.

In historischen Räumen, auf dem seit fast 100 Jahren in Hutschenreuther Besitz befindlichen Gut Blumenthal, ist das erste private Firmenmuseum in der nordbayerischen Region entstanden. Es stellt die Tradition des Hauses dar und betont das Wirken des Unternehmens mit und für die Identität der Region. Die Geschichte der Hutschenreuther AG, das ist die Geschichte der Hutschenreuthers und die der Zweigwerke des Unternehmens. Diese Gliederung findet sich auch im Firmenmuseum. Ein Teil dokumentiert die Entwicklung der im Jahr 1969 vereinigten Firmen Carolus Magnus Hutschenreuther, Hohenberg, und Lorenz Hutschenreuther, Selb. Der zweite Teil präsentiert die Zuwachse der Hutschenreuther AG, von Bauscher Weiden und Tirschenreuth über Arzberg und Schönwald bis zu den Technischen Werken und der Theresienthaler Kristallglas Manufaktur.

Roland Dorschner, Vorstandsvorsitzender der Hutschenreuther AG, betonte, das Museum erfülle verschiedene Aspekte für das Unternehmen: ein Instrument der Information, ein Fenster in die eigene Geschichte und Vergangenheit. Schliesslich erzählte das Museum die Markenstrategie der Hutschenreuther AG. Dorschner betonte, das das Firmenmuseum keine Konkurrenz zum Museum der deutschen Porzellanindustrie in Hohenberg darstellt, dem übergeordnete Aufgaben zufielen. Deshalb haben wir auch von vornherein darauf verzichtet, für unser firmeneigenes Museum Hilfe der öffentlichen Hand zu beantragen.

Das Hutschenreuther Museum hat einen idealen Platz gefunden im hellen Dachgeschoss der ehemaligen Stallungen des Gutes. Fachwerk und tragende Balken wurden freigelegt und bilden den passenden Rahmen für die historischen Stücke. Blumenthal, bisher Feriengut und Tageszentrum der Hutschenreuther AG, findet in diesem Schatzkästchen der Firma eine Abrundung. Die Einweihung des Museums bildete den ersten Höhepunkt einer Reihe von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr des Unternehmens. Es steht unter dem Motto 175 Jahre Hutschenreuther – Menschen und Porzellan.

Dorschner weiter: Hier im Blumenthal spürt man überall den Geist der Hutschenreuthers: Hier wohnten sie, drüben in der Villa bzw. hier, in der früheren Ökonomie, und in den angrenzenden Ländereien bewegten sie sich; betrieben Land- bzw. Fischwirtschaft. Heute verbringen hier Menschen, die bei Hutschenreuther arbeiten, einen Teil ihrer Freizeit, in dem sie miteinander Sport treiben, miteinander laufen, wandern oder angeln. Ja, und hier kann man auch beim Essen die Gemeinschaft untereinander bzw. mit Freunden und Bekannten erleben, miteinander sprechen. Und wer, meine Damen und Herren, kann sich – wenn er es einmal kennt – den Schönheiten dieses Gut Blumenthal, an der Eger gelegen, als Erholungsgebiet entziehen.

Warum Hutschenreuther Museum

Eben, um dies deutlich zu machen, um den historischen Platz der Hutschenreuthers neu zu beleben, um gleichzeitig jenes wunderschöne Freizeitgebiet mit einzubeziehen, haben wir erstmalig für unsere Branche hier das erste private, fabrikeigene Porzellanmuseum gegründet, das wir heute eröffnen. Ein firmeneigenes Museum hat verschiedene Vorteile für das Unternehmen. Erstens ist es natürlich ein Instrument der Information. Wir haben also hier die Möglichkeit, Geschäftspartner und Kunden, Verbraucher, die Öffentlichkeit generell und natürlich auch unsere Mitarbeiter in Wort, im Bild und im Produkt zu informieren, was bei uns getan, gedacht und gemacht wird. In dieser Hinsicht ist ein Museum wahrscheinlich sogar die beste und überzeugendste Weise, um das Unternehmen und seine Produkte darzustellen.

Zweitens ist ein Museum natürlich ein Ort, der die eigenen Geschichte dokumentiert.Gerade in Zeiten, da der Wert von Unternehmenskulturen erkannt und gewürdigt wird, hat ein Museum seine besondere Bedeutung: es ist ein Fenster in unserer eigenen Geschichte. In unserer Vergangenheit. Wir können durch die Ausstellungen zeigen, wie unsere Vorfahren früher gedacht haben. Was sie hergestellt haben. Wie sie gearbeitet haben. Insofern ist ein Museum die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart. Für ein Unternehmen wie Hutschenreuther.

Bekanntlich jährt sich in diesem Jahr zum 175. Male, seit Carolus Magnus Hutschenreuther mit seiner Porzellanfertigung auf der Burg in Hohenberg begann und damit das Zeitalter der privaten Porzellanfabriken in Bayern einläutete. Hutschenreuther wird daher im Jubiläumsjahr 1989 dem Museum der Deutschen Porzellanindustrie ein weiteres angrenzendes Gelände von ca. 3.000 qm für die Erweiterung bereitstellen, die angebotene Fläche in den bestehenden Erbbaurechtsvertrag einbringen und damit die dem Museum von Hutschenreuther zur Verfügung gestellten Grundstücksfläche mehr als verdoppeln.


Pressemitteilung der Hutschenreuther AG 1989. Das Hutschenreuther Museum im Gut Blumenthal ist seit der Insolvenz der Hutschenreuther AG im Jahre 2000 geschlossen.