Gräf & Krippner – Gründung der Porzellanfabrik in Selb, Vielitzerstraße 1896
Von 1897 bis 1906 waren Johann Adolf Gräf (geb. 31.05.1869) und Friedrich Krippner (geb. 15.03.1875) Teilinhaber der Porzellanfabrik Heinrich und Co.. Alle drei Unternehmer waren Schwager. Im Jahre 1906 errichtete Heinrich und Co., nachdem die Zahl der Werksangehörigen auf 200 angewachsen war, auf der linken Seite der Vielitzerstraße (gegenüber dem Hauptgebäude) eine neue Malerei mit zwei weiteren Brennöfen und einem Kobaltsofen. Als Adolf Gräf und Friedrich Krippner aus der Firma ausschieden, übernahmen sie diesen Bau und machten sich damit selbstständig. Dieser Bau bildete den Grundstock der Porzellanfabrik Gräf & Krippner.
Erste Jahre & Entwicklung
1907 nahm die Firma erstmals an der Leipziger Messe teil. 1910 begann die eigene Porzellanherstellung, die Belegschaft wuchs auf 25 Mitarbeiter. Bis 1913 war die Zahl der Beschäftigten bereits auf 50 gestiegen. Hauptsächlich stellte das Unternehmen Hotelgeschirr, Kaffee- und Speiseservices her.
Leitung & Wachstum
Am 04.10.1926 starb Adolf Gräf nach langer Krankheit an Leukämie. Daraufhin leiteten Friedrich Krippner und Christiane Gräf (geb. Krippner, 14.01.1883–1963) die Firma alleine weiter. 1927 war die Zahl der Arbeiter auf 100 angestiegen. Die Porzellanfabrik produzierte bis 1929 unter dieser Leitung weiter.
Übernahme durch Heinrich & Co.
1930 übernahm die Firma Heinrich & Co. aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und des Todes von Adolf Gräf die Porzellanfabrik Gräf & Krippner. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Belegschaft 110 Personen. Heinrich & Co. führte 1930 ein neues Firmenlogo mit Löwe ein. Der Firmenname Gräf & Krippner blieb bis 1935 bestehen. Einige Serien, wie das Modell Tina, wurden danach noch unter Heinrich & Co. weiterproduziert.
Kontext – Jäger & Werner & Co.
Bereits 1896 war die Firma Jäger & Werner & Co. (Werk B) gegründet worden. Diese wurde 1906 von der Lorenz Hutschenreuther AG übernommen. Damit zeigt sich, wie eng die Porzellanindustrie in Selb verflochten war – zahlreiche Familienunternehmen standen in wirtschaftlicher und familiärer Verbindung.