Rosenthal Archiv

Rosenthal Archiv Björn Wiinblad
Rosenthal Archiv Björn Wiinblad

Rosenthal-Porzellan wurde zum Inbegriff moderner Porzellangestaltung

Einen beträchtlichen Teil des Bestandes machen neben Porzellanen des Historismus solche des Jugendstil und Art Deco aus, eine Zeit, in der Rosenthal bereits zu den führenden Unternehmen Europas zählte. Service, Zierartikel, aber auch die Erzeugnisse der gerade gegründeten Kunstabteilungen waren bekannt und gefragt. Auch die 1930er Jahre sind mit verschiedensten Produkten hochwertiger Art repräsentiert. Die Nachkriegszeit ist zweifellos am stärksten vertreten.

Sein Sohn Philipp Rosenthal setzte diesen Weg nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent fort. Mit ihm verbinden sich Begriffe wie New Look, Studio-Linie, Studio-Häuser, Limitierte Kunst, mit ihm verbindet sich die Verpflichtung von Künstlern und Designern von internationalem Ruf. Es gelang, dem in Oberfranken beheimateten Unternehmen Weltgeltung zu verschaffen und es zu d e m Vertreter modernen, zeitgemäßen Porzellans zu stilisieren. Hier sind es vor allem auch Erzeug- nisse der Limitierten Reihen und künstlerischer Serien, mit Entwürfen von z.B. Henry Moore, Roy Lichtenstein, Marcello Morandini oder Niki de Saint Phalle, die einen hohen Sammlerwert besitzen.

Besonders beeindruckt haben mich im Archiv die Vielfältigkeit der Stücke und deren kreative Schöpfer. Von ganz frühen Stücken aus dem ersten Brand vom 1. März 1891, über die hervorragende Sammlung von Jugendstil- und Art Deco -Porzellanen (die ich besonders gerne mag) bis hin zu den Designhighlights ab den 50er Jahren und den limitierten Kunstobjekten ab 1968. Phantastisch sind auch die Form-, Muster- und Dekorbücher, die größtenteils farbig gezeichnet wurden sowie die Künstlerentwürfe. Dieses Firmenarchiv ist meiner Meinung nach einmalig in der Porzellanindustrie und ich kenne nichts Vergleichbares, was nahezu 130 Jahre Form-, Dekor- und Unternehmensgeschichte so gut dokumentiert.

Kaum ein anderer Industriezweig hat die oberfränkische Wirtschaft auch nach außen hin so geprägt wie die Porzellanindustrie. Klangvolle Namen wie Rosenthal oder Hutschenreuther sind über unseren Regierungsbezirk hinaus weltweit nicht nur Porzellankennern geläufig. Mag unsere Porzellanindustrie seit einiger Zeit auch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, bleibt Oberfranken auch heute noch das Zentrum dieser Branche in Deutschland. Für die Oberfrankenstiftung stand deshalb von vornherein fest, dass wir das Rosenthal-Archiv retten wollten. Wir überlassen damit dem Porzellanikon eine Sammlung von unschätzbarem Wert.”

Das Rosenthal Archiv: Eine Sammlung von unschätzbarem Wert

Über 15.000 Objekte umfasst das Archiv der traditionsreichen Porzellanfirma Rosenthal, das dank der Initiative des Regierungspräsidenten von Oberfranken, Wilhelm Wenning, und mit finanzieller Unterstützung der Oberfrankenstiftung, der Wenning vorsitzt, nun ihren Platz im Selber Porzellanikon gefunden hat. Die über 120 Jahre zurückreichenden Bestände des Archivs sind vieles zugleich: Zeugnis der Entwicklung der Porzellanindustrie und Porzellantechnik in Deutschland, Lehrbuch mustergültigen Industriedesigns, Kunstsammlung von Werken bedeutender Künstler, Teil der Geschichte der Stadt Selb, Bilder- und Filmesammlung weltberühmter Künstler und Showstars bei ihren Besuchen in Selb, und schließlich Spiegel des Lebens eines Mannes, der sich, seine Stadt und sein Unternehmen zu einem öf- fentlichen Ereignis zu machen verstand: Philip Rosenthal.

Kaum ein anderer Industriezweig hat die oberfränkische Wirtschaft auch nach außen hin so geprägt wie die Porzellanindustrie. Klangvolle Namen wie Rosenthal oder Hutschenreuther sind über unseren Regierungsbezirk hinaus weltweit nicht nur Porzellankennern geläufig. Mag unsere Porzellanindustrie seit einiger Zeit auch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, bleibt Oberfranken auch heute noch das Zentrum dieser Branche in Deutschland. Für die Oberfrankenstiftung stand deshalb von vornherein fest, dass wir das Rosenthal-Archiv retten wollten. Wir überlassen damit dem Porzellanikon eine Sammlung von unschätzbarem Wert.”

Wilhelm Wenning, Regierungspräsident von Oberfranken

Das Rosenthal-Archiv spiegelt die für die deutsche Porzellanbranche zentrale Bedeutung des Unternehmens Rosenthal wider. Rosenthal ist einer der ältesten Porzellanhersteller in Oberfranken. Bereits 1879 begann Philipp Rosenthal in Erkersreuth bei Selb den Aufbau einer Porzellanmalerei. Sein großer Erfolg, bereits nach 10 Jahren beschäftigte er rund 200 Menschen, brachte ihn dazu, in Selb eine Fabrik aufzubauen und selbst Weißware herzustellen. Philip Rosenthal war eine Unternehmerpersönlichkeit von seltenem Weitblick. Die Erzeugnisse seiner Fabriken sollten durch moderne Formen- und Farbensprache gefallen und ihnen ein unverwech- selbares Image geben. Der Jugendstil wurde erstmals gezielt für diesen Zweck eingesetzt, in der Folgezeit machte sich Rosenthal einen Namen im Art Deco, aber auch im Funktionalismus.

Für mich gehören zu den spannenden Stücken des Archivs auch die Entwürfe bedeutender Künstler, die nicht verwirklicht und damit nicht in der Öffentlichkeit bekannt wurden, z.B. von der französischen Künstlerin Niki de Saint-Phalle. Eine Aufarbeitung dieser verborgenen Schätze des Museums und der Gründe für ihre Nichtverwendung wäre ein hoch interessantes Thema.

Petra Werner, Kuratorin und langjährige Betreuerin des Archivs

Die Erzeugnisse der Studio-Linie, seit rund 50 Jahren das Flaggschiff der Rosenthal AG, sind nahezu lückenlos vertreten, teilweise zusätzlich zu keramischen Teilen auch mit dazu gehörigen Gläsern oder Besteck. Namen wie Björn Wiinblad, Tapio Wirkkala, Walter Gropius, Mario Bellini oder Jasper Morrison sind beispielhaft zu nennen. Auch einige Möbelentwürfe namhafter Gestalter sind Bestandteil des Archivs. Ebenfalls sind aus den Kollektionen Versace und Bulgari repräsentative Stücke vorhanden. Neben Erzeugnissen der Marke Rosenthal finden sich auch Produkte der Porzellanfabrik Thomas in Marktredwitz aus der Zeit ab etwa 1904 bis heute. Die Marke Hutschenreuther ist mit Stücken aus den letzten Jahren im Archiv vertreten.

Das Rosenthal-Archiv ist für die Stadt Selb von unschätzbarem Wert und enormer Bedeutung. Es dokumentiert nicht nur die Geschichte der Rosenthal AG, sondern auch die Geschichte unserer Stadt, vom kleinen, unbekannten Weberstädtchen . Es waren vor allem die Entwicklungen der Firma Rosenthal, die hierzu beigetragen haben. Künstler von Rang und Namen wie Victor Vasarely, Professor Otto Piene, Professor Walter Gropius, Bjørn Wiinblad, Professor Günther Uecker, Marcello Morandini oder Friedensreich Hundertwasser, um nur einige zu nennen, haben sich im Rosenthal- Archiv verewigt und darüber hinaus auch zur Gestaltung unseres Stadtbildes und öffentlicher Gebäude wie Rosenthal-Theater oder Hallenbad im Rosenthal-Park beigetragen.

Wolfgang Kreil, Oberbürgermeister der Stadt Selb

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Zwei Webseiten verschmelzen zu einer Seite über das weiße Gold